"Der Mann, nach dem Walderseestraße, benannt ist, ist deutlich unangemessen." - Interview mit den Starter:innen der Petition zur Umbenennung
Titelbild: "marc bloch" by vfutscher is licensed under CC BY-NC 2.0.
Das Interview führte Anna (9b).
Wie schon länger bekannt ist, hat Alfred von Waldersee eine dunkle Kolonialvergangenheit. Nun haben Schüler:innen des Profils 11 Abibac im Rahmen eines Wettbewerbes eine Petition gestartet, die Walderseestraße, in der unsere Schule liegt, in Marc-Bloch-Straße umzubenennen. Warum dies ein notwendiger Schritt ist und wer Marc Bloch war, verraten sie uns im Interview.
Profil 11 Abibac: Das Projekt ist ein Resultat/Nebenprodukt eines deutsch-französischen Wettbewerbs, an dem wir, das Profil 11Bac, teilgenommen haben. Dieser Wettbewerb entstand aus dem Wille der heutzutagigen Familie Bloch, Schüler an der Pantheonisierung [Beisetzung im Pantheon], Anm. der Redaktion])von Marc Bloch teilnehmen zu lassen und besteht/bestand darin etwas im Namen Marc Blochs zu kreieren. Ob Erklärvideo, Text, Comic, Musik oder irgendein kreatives Produkt war den einzelnen Gruppen überlassen. (Zu der Pantheonisierung kommen wir später noch). Dieser Wettbewerb war auch eine Initiative für deutsch-französischen Kontakt und ist unter der Verantwortung vom Berliner Marc Bloch Forschungsinstitut mit Unterstützung von DFJW und Arte entstanden. Alle Gruppen, die teilgenommen haben, bestanden jeweils aus einer Mischung von einigen Schüler aus einer französischen und deutschen Schule: Wir haben etwa einen Austauch mit dem Lycée Nelson Mandela organisiert und somit zusammen in den einzelnen Gruppen an unseren jeweiligen Projekten gearbeitet und genauso war es bei einigen anderen Paaren aus einer Deutschen und einer Französischen Schule. Die Lehrerinnen, die beim GO den Wettbewerb übersehen haben, haben vorgeschlagen, dass eine Gruppe für die Änderung des Straßennamens etwas produziert, um den Vorschlag der Straßennamen-Änderung vorzustellen und dafür zu werben. Somit wurde neben dem Wettbewerb (oder auch für den Wettbewerb) eine Petition dafür gestartet.
11Bac: Marc Bloch war ein jüdisch-französischer Historiker und Widerstandskämpfer während der Besetzung Frankreichs im zweiten Weltkrieg. Er hat einige bekannte und prägende Bücher geschrieben, hatte eine neue Sichtweise darauf wie man unterrichten sollte und war in Straßburg Lehrer, was ihn auch teils zu einem Symbol der deutsch-französischen Verbinden macht. Seine Ideen zur Reform der Art und Weise zu Lehren sollten als Vorblid und Symbol stehen, sowie seine Arbeit als Historiker und viel mehr: als Widerstandskämpfer. Er war entschlossener Patriot und verteidigte sein Land trotz seines Alters und seiner Physischen Behinderung und sollte dafür in Erinerung bleiben. Außerdem wäre der Straßenname einer französischen Figur in Deutschland ein weiterer Akt als Beweis der deutsch-französischen Freundschaft. Im Gegensatz dazu, denken wir, dass der Mann, nach dem die Straße, in der sich unsere Schule befindet, heute benannt ist, deutlich unangemessen ist. General Alfred von Waldersee war im Boxerkrieg zuständig für einen Massenmord in China, stand gegen Demokratie, war Antisemitist und ist dennoch nach wie vor Ehrenbürger von Altona. Dass unsere Schule sich in einer Straße befindet, die solche Werte repräsentiert, finden wir widersprüchlich.

11Bac: Neben dem Symbol und Vorbild, dass er darstellt und als Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft (wie in Frage 3 beantwortet), gibt es einen Anlass, dafür, dass wir ihn ausgewählt haben und dafür, dass es diesen Wettbewerb überhaupt gibt: Er wird Pantheonisiert. In Frankreich, Paris gibt es ein berühmtes Monument, das Pantheon. Das Pantheon ist die nationale Ruhmeshalle Frankreichs und die Grabstätte berühmter französischer Persönlichkeiten. Es gibt momentan 80 Personen, die im Pantheon untergebracht wurden, eine Pantheonisation passiert nur alle paar Jahre oder sogar Jahrzehnte und wird vom Präsidenten entschieden. Im Juni 2026 wird Marc Bloch ins Pantheon gebracht. Dieser Wettbewerb soll mehr Bewusstsein und Information über Marc Bloch verbreiten. Außerdem werden die Gewinner des Wettbewerbs der Pantheonisierung im Juni beistehen.
GO Public: Vielen Dank für das Interview.
Wem die Petition überreicht werden soll und was das Stimmenziel ist, konnte uns die Gruppe leider nicht beantworten.
Hier geht es zur Petition:
Das Böllern
Ein Kommentar von Anna (9b)
Foto: Casey Hugelfink, „Silvester-Feuerwerk im Nebel”, Lizenz: CC BY-SA 2.0.
Eigentlich bin ich schon zu spät, aber ich möchte hier nochmal ein Thema besprechen und die Plattform nutzen, um auf ein Problem aufmerksam zu machen: Das Böllern. Grund für zahlreiche Debatten. Sollte man es verbieten? Oder ist es eben nur einmal im Jahr?
Beim Böllern wird ein Feuerwerkskörper gezündet, der nach dem Zünden einen böllerschussähnlichen Knall hervorbringt. Ich schreibe hier meine Erfahrungen mit dem Thema nieder. Die Tradition meiner Familie zu Sylvester ist das gemeinschaftliche Feiern mit einer befreundeten Familie, deren Kinder große Böllerfans sind. Ich kann den Reiz ja verstehen. Persönlich bin ich z. B. großer Fan von Flammen. Sie führen einen unauffälligen, hypnotisierenden Tanz der Stille auf. Aber das ist der Punkt, sie sind still, zumindest als Lagerfeuer. Beim Böllern kann die Suche nach dem lautesten Knall Folgen haben: Ich hatte ein komplettes Jahr lang Ohrenschmerzen, nachdem ich zu nah an einem besonders lauten Knall an Sylvester stand. Die Knalle der Sylvesternacht sind es auch, Tiere und Menschen in Todesangst versetzen und die Straßen einem Kriegsgebiet gleichen lassen. Ich weiß noch, wie wir am 31. raus gingen und meine Schweter ununterbroch sagte, welche Angst sie habe. Jeder der tausend Knalle ließ sie zusammenzucken. Sie ist nicht die einzige, der es so geht. Auch unzählige Tiere erleben den Übergang ins neue Jahr mit Todesangst. Jedes Jahr laufen unzählige Haustiere davon und werden nie wieder gefunden. Wildtiere flüchten in Todesangst auf Straßen und sterben. Gleichzeitig sind Feuerwehr, Polizei und Krankenwagen unentwegt unterwegs. Abgesprengte Finger, Hände und andere Wunden. Die Notaufnahme ist so voll wie an keinem anderen Tag. Zusätzlich werden mit den Sprengkörpern gezielt Einsatzkräfte angegriffen. In der vergangenen Silvesternacht hatten vor allem im Hamburger Stadtteil Steilshoop Dutzende Randalierer Böller auf Polizistinnen und Polizisten geworfen. Zehn Polizist:inn:en wurden verletzt.
Sollte man Böllern also verbieten? Mehr als drei Millionen Menschen haben die Petition zum Böllerverbot unterschrieben (Stand: Redaktionsschluss am 06.01.2026), damit ist sie die größte Petition weltweit. Eine Mehrheit der Deutschen (60% nach einer Umfrage von Forsa im Auftrag von RTL) sind für ein Böllerverbot. Doch der Bundestag entschied dagegen. Also müssen Menschen wie Tiere jedes Jahr wieder den letzten Tag ausharren. Na dann … Frohes Neues!
Sprache ohne Ton
Ein Text von Anna (8b)
Wer eine Geheimsprache sucht, hat bei Gebärdensprache gute Chancen, dass niemand im Bekanntenkreis sie spricht. Aber stell dir vor, das wäre deine einzige Sprache. In einem Land, das inklusiv sein soll, sprechen nur etwa 0,36 % der Bevölkerung die landeseigene Sprache. Auch wenn es dabei um Gebärdensprache geht, ist dieser Fakt erschreckend. Noch dazu fehlen den meisten die wichtigsten Informationen. Dieser Artikel soll dies nun verändern und Grundkenntnisse liefern.
Tatsächlich gibt es nämlich nicht nur eine Gebärdensprache, sondern 300 verschiedene und noch sehr viel mehr Dialekte. Die in Deutschland am weitesten verbreitete Gebärdensprache ist die DGS (Deutsche Gebärdensprache) und diese hat, wie jede andere Gebärdensprache auch, eine eigene Grammatik. So sagt man z.B. um sich vorzustellen: “Mein Name“ und dann direkt den Namen. Anders als in der gesprochenen Sprache fügt man in der DGS an dieser Stelle kein Verb ein.
Die DGS ist seit 2002 eine in Deutschland anerkannte Sprache. Vorher gab es, zumindest offiziell, keine Sprache, in der Menschen, die taubstumm waren, kommunizieren konnten. Doch die Zeiten ändern sich, wie die Sprache, zu der es tatsächlich inzwischen eine Jugendsprache gibt. Und unzählige Dialekte.
Also bloß nicht versprechen… äh, ich meinte natürlich vergebärden.
So wie es in der Lautsprache, der gesprochenen Sprache, Versprecher gibt, gibt es in der Gebärdensprache nämlich tatsächlich Vergebärdler.
Wer hat sich das wohl ausgedacht? Die Gebärdensprachen entwickelte tatsächlich niemand, sie entstand irgendwann instinktiv und wurde lange weiterentwickelt.
Vielleicht ist das der Grund dafür, dass es keine internationale Gebärdensprache gibt oder wenigstens eine, die man überall noch zusätzlich lernt. So eine internationale Sprache wie Englisch im Bezug zu den Lautsprachen gibt es bei den Gebärdensprachen nicht. Am ehesten wäre das noch ASL, die amerikanische Gebärdensprache.
Gebärdensprachler haben es trotzdem leichter mit anderssprachigen Menschen zu kommunizieren. Dazu benutzt man International Sign, dies ist jedoch keine richtige Sprache, sondern sie besteht aus überall verständlichen Gebärden. Diese wird bei einem Treffen sogar spontan weiterentwickelt. Sollte es doch mal Wörter geben, die man nicht ohne weiteres versteht, wird das Fingeralphabet eingesetzt, dieses ist nämlich bis auf einige Ausnahmen überall ähnlich.
Das Fingeralphabet gehört allerdings nicht zur Gebärdensprache, sondern ist eine Möglichkeit, Wörter der Lautsprache zu buchstabieren, aber auch dieses ist nicht einheitlich. So gibt es in England zum Beispiel ein Fingeralphabet mit zwei Händen.
da man damit aber in Deutschland nicht weit kommt, kommt hier das deutsche Fingeralphabet, auch wenn das in einem Artikel über die Gebärdensprache nichts zu suchen hat.





