Krokodil im Nacken

Emil (7b) hat für euch "Krokodil im Nacken" von Klaus Kordon gelesen.

Eine Rezension

Beschreibung

Das Buch „Krokodil im Nacken“ von Klaus Kordon ist ein historischer Roman, welcher in der DDR spielt. Dort sitzt Manfred Lenz nach einem missglückten Fluchtversuch in die Bundesrepublik – also nach Westdeutschland – im Ostberliner Gefängnis Hohenschönhausen, Zelle 102. Hier lässt er sein Leben Revue passieren: Die Kneipe seiner Mutter, in der er aufgewachsen ist, der frühe Tod seiner Mutter, das Jugendheim, …

 

Rezension

Das Buch, welches zurecht mit dem deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet worden ist, ist sehr gut, wenn auch bedrückend. Es ist keine leichte Lektüre; das soll es aber auch nicht sein. Der Schreibstil ist beeindruckend, der Inhalt fesselnd. Man bekommt zahlreiche Eindrücke in das Leben in der DDR. Klaus Kordon ist eine Meisterleistung in der deutschen Literatur gelungen. Ich suche fast schon krampfhaft nach etwas Schlechtem, mir fällt aber nichts ein. 🙂

📚 📚 📚 📚 📚 (von fünf)

Anm.: Das ist meine zweite Buchrezension, beide waren bis jetzt sehr positiv. Der Grund dafür ist, dass ich lieber über Bücher schreibe, die mir gefallen. Es kommen auch negativere!

 

Info „Krokodil im Nacken“ von Klaus Kordon

Roman, 2023 [2002]

Verlag: Beltz & Gelberg

ISBN: 978-3-407-74488-3

 

Links zur Webseite des Verlags


Niemals eine Leiche, die Eiche

Titelbild: Dominic Alves, "Oak Tree Leaves", Link zum Bild auf flickr.com, lizensiert unter CC BY 2.0 (Credit the creator).

Quercus pubescens, Quercus robur und Quercus petraea – oder wie wir sie nennen: die Eiche. Doch was macht diesen Baum so einzigartig?

Eine Würdigung der Eiche von Emily (S3)

Eintausendzweihundert Jahre, dies ist das Alter der ältesten Eiche. Man muss sich vorstellen, dies sind fast vierzehn Menschenleben. Natürlich schafft nicht jede Eiche dieses Alter, die Eiche Bad Blumau jedoch schon. Diese lange Lebenszeit hängt mit den tiefen Wurzeln der Eiche zusammen. Doch nicht nur mit der langen Lebenszeit kann die Eiche glänzen, auch ihre Größe darf nicht außer Acht gelassen werden. Mit 35 Metern ist die Eiche zwar kein Riese unter den Bäumen, aber mit fünf Metern über der Durchschnittshöhe von Bäumen kein kleiner Baum. Auch sind Eichen sehr „sentimental“, anstatt die abgestorbenen Äste abzuwerfen, behalten sie diese bei sich. Dadurch sind sie sehr gefährlich, falls es stürmen sollte, können dich die sogenannten Todäste treffen. Auch bietet die Eiche durch ihre dichten Kronen und den Früchten Nahrung und Schutz für viele Tierarten.

 

Doch woran kann man den Baum erkennen, wenn man sein Alter nicht kennt und die Größe nur schwer zu schätzen ist?

Am einfachsten ist die Eiche an den Eicheln erkennbar. Diese sind die Früchte der Eiche und uns allen sicher bekannt. Doch leider kann man diese im Frühjahr schwer entdecken, da die Eiche erst im Herbst ihre Früchte bekommt. Also nicht gleich denken, dass der Baum keine Eiche ist, nur weil er keine Eicheln besitzt. Beachte die Jahreszeit! Ein weiteres Erkennungsmerkmal sind die Blätter. Es gibt fast 1.000 verschiedene Eichenarten auf der Welt. Im Bild kann man die Blätter der drei bekanntesten Eichenarten in Deutschland sehen.

Die Blätter der drei bekanntesten Eichenarten in Deutschland

 

Wenn die Eiche als Baum so wenig auffallend ist, was macht sie dann kulturell so besonders?

Zum einen hat die Eiche eine sehr große Symbolkraft: Ihr dauerhaftes Holz und ihr hohes Alter stehen für das ewige Leben und das ewige Heil. Sie glänzt in der Menschheitsgeschichte damit, dass sie viel Nötiges für den Menschen bereithält. So ist die Eiche auch ein Zeichen des Zeus, dem mächtigsten Gott der antiken, griechischen Mythologie. Die Eiche galt als Symbol der Macht und das hohe Alter, das die Eiche erreichen kann, machte sie zum Symbol für die Unendlichkeit und zum Orakelbaum. Doch besonders für Deutschland hat die Eiche noch eine tiefergehende Bedeutung: Stolz, Kraft, Stärke. Mit diesen Eigenschaften wird die Eiche assoziiert und sie gilt seit langem als der „deutsche“ Baum, da auch eine Deutsche oder ein Deutscher diese Charaktereigenschaften haben sollten. Dabei ist jedoch anzumerken, dass die Eiche nicht, wie viele vermuten, der häufigste Baum Deutschlands ist, sondern die Buche. Ein Buchengewächs ist die Eiche aber, weshalb man sie schon als „deutschen“ Baum schlechthin betiteln kann.

Eine der ersten Verbindungen zwischen Deutschland und der Eiche geschah im 19. Jahrhundert. Als man es nach der Revolution nicht geschafft hat, die deutschsprachigen Gebiete zu einen, schrieb der Dichter Joseph von Eichendorf 1849 das Gedicht:

Weh, du schönes Land der Eichen!
Bruderzwist schon, den todbleichen,
Seh‘ ich mit der Mordaxt schleichen.
Und in künft’gen öden Tagen
Werden nur verworrne sagen
Um den deutschen Wald noch klagen.

Deutschland als Nationalstaat existierte damals noch nicht. Als nationales Symbol verband die Eiche aber die politisch getrennten Gebiete, die dem lockeren „Deutschen Bund“ angehörten. Denn aus allen deutschsprachigen Gebieten wurde in der Vorstellung der Anhänger der nationalen Bewegung das „Land der Eichen“.

Ganz in der Nähe des GO erinnert in Othmarschen das „Kriegerdenkmal unter der Doppeleiche“ an die Schleswig-Holsteinische Erhebung – eine politische und militärische Auseinandersetzung zwischen der deutschen Nationalbewegung und dem Königreich Dänemark (Liebermannstraße 45).

Doch in der folgenden Geschichte wurde die Eiche zum Symbol der Nationalsozialisten und Faschisten. So gibt es die sogenannten „Hitlereichen“, die zu Ehren von Adolf Hitler überall in Deutschland gepflanzt wurden.

Bis heute ist der Baum in Deutschland ein sehr verbreitetes Motiv: sowohl in vielen Gedichten als auch auf manchen Euromünzen. Dabei muss man einwenden, dass das Eichenblatt auf der Rückseite der Münzen ein Hybrid ist. Es ist nämlich eine Mischung aus Stieleiche und Traubeneiche und wird mit den langstieligen Blättern der Traubeneiche und den Eichenfrüchten dargestellt, welche auf den langen Stielen sitzen und somit zu der Stieleiche gehören. Die Designer müssen die Blätter und Früchte getrennt voneinander entworfen haben, da diese Mischung botanisch nicht möglich ist.

Und hat die Eiche heute noch eine Bedeutung?

Für mich hat die Eiche auch eine besondere Bedeutung. Als ich noch jünger war, bin ich im Herbst mit meiner Oma zu einer bestimmten Eiche gegangen und habe Blätter gesammelt. Diese Eiche wächst im Jenischpark. Sie war riesig, für mich als Kind jedenfalls. Wir sind viele Jahre zu dieser Eiche spaziert und obwohl es nur Blätter waren, war unser Ausflug zu unserer Eiche eine schöne Tradition.

Die Autorin schaut als Kind aus dem Inneren „ihrer“ Eiche im Jenischpark heraus.