Das Böllern

Ein Kommentar von Anna (9b)

Foto: Casey Hugelfink, „Silvester-Feuerwerk im Nebel”, Lizenz: CC BY-SA 2.0.

Eigentlich bin ich schon zu spät, aber ich möchte hier nochmal ein Thema besprechen und die Plattform nutzen, um auf ein Problem aufmerksam zu machen: Das Böllern. Grund für zahlreiche Debatten. Sollte man es verbieten? Oder ist es eben nur einmal im Jahr?

Beim Böllern wird ein Feuerwerkskörper gezündet, der nach dem Zünden einen böllerschussähnlichen Knall hervorbringt. Ich schreibe hier meine Erfahrungen mit dem Thema nieder. Die Tradition meiner Familie zu Sylvester ist das gemeinschaftliche Feiern mit einer befreundeten Familie, deren Kinder große Böllerfans sind. Ich kann den Reiz ja verstehen. Persönlich bin ich z. B. großer Fan von Flammen. Sie führen einen unauffälligen, hypnotisierenden Tanz der Stille auf. Aber das ist der Punkt, sie sind still, zumindest als Lagerfeuer. Beim Böllern kann die Suche nach dem lautesten Knall Folgen haben: Ich hatte ein komplettes Jahr lang Ohrenschmerzen, nachdem ich zu nah an einem besonders lauten Knall an Sylvester stand. Die Knalle der Sylvesternacht sind es auch, Tiere und Menschen in Todesangst versetzen und die Straßen einem Kriegsgebiet gleichen lassen. Ich weiß noch, wie wir am 31. raus gingen und meine Schweter ununterbroch sagte, welche Angst sie habe. Jeder der tausend Knalle ließ sie zusammenzucken. Sie ist nicht die einzige, der es so geht. Auch unzählige Tiere erleben den Übergang ins neue Jahr mit Todesangst. Jedes Jahr laufen unzählige Haustiere davon und werden nie wieder gefunden. Wildtiere flüchten in Todesangst auf Straßen und sterben. Gleichzeitig sind Feuerwehr, Polizei und Krankenwagen unentwegt unterwegs. Abgesprengte Finger, Hände und andere Wunden. Die Notaufnahme ist so voll wie an keinem anderen Tag. Zusätzlich werden mit den Sprengkörpern gezielt Einsatzkräfte angegriffen. In der vergangenen Silvesternacht hatten vor allem im Hamburger Stadtteil Steilshoop Dutzende Randalierer Böller auf Polizistinnen und Polizisten geworfen. Zehn Polizist:inn:en wurden verletzt.

Sollte man Böllern also verbieten? Mehr als drei Millionen Menschen haben die Petition zum Böllerverbot unterschrieben (Stand: Redaktionsschluss am 06.01.2026), damit ist sie die größte Petition weltweit. Eine Mehrheit der Deutschen (60% nach einer Umfrage von Forsa im Auftrag von RTL) sind für ein Böllerverbot. Doch der Bundestag entschied dagegen. Also müssen Menschen wie Tiere jedes Jahr wieder den letzten Tag ausharren. Na dann … Frohes Neues!


Sprache ohne Ton

Ein Text von Anna (8b)

Wer eine Geheimsprache sucht, hat bei Gebärdensprache gute Chancen, dass niemand im Bekanntenkreis sie spricht. Aber stell dir vor, das wäre deine einzige Sprache. In einem Land, das inklusiv sein soll, sprechen nur etwa 0,36 % der Bevölkerung die landeseigene Sprache. Auch wenn es dabei um Gebärdensprache geht, ist dieser Fakt erschreckend. Noch dazu fehlen den meisten die wichtigsten Informationen. Dieser Artikel soll dies nun verändern und Grundkenntnisse liefern.
Tatsächlich gibt es nämlich nicht nur eine Gebärdensprache, sondern 300 verschiedene und noch sehr viel mehr Dialekte. Die in Deutschland am weitesten verbreitete Gebärdensprache ist die DGS (Deutsche Gebärdensprache) und diese hat, wie jede andere Gebärdensprache auch, eine eigene Grammatik. So sagt man z.B. um sich vorzustellen: “Mein Name“ und dann direkt den Namen. Anders als in der gesprochenen Sprache fügt man in der DGS an dieser Stelle kein Verb ein.
Die DGS ist seit 2002 eine in Deutschland anerkannte Sprache. Vorher gab es, zumindest offiziell, keine Sprache, in der Menschen, die taubstumm waren, kommunizieren konnten. Doch die Zeiten ändern sich, wie die Sprache, zu der es tatsächlich inzwischen eine Jugendsprache gibt. Und unzählige Dialekte.
Also bloß nicht versprechen… äh, ich meinte natürlich vergebärden.
So wie es in der Lautsprache, der gesprochenen Sprache, Versprecher gibt, gibt es in der Gebärdensprache nämlich tatsächlich Vergebärdler.
Wer hat sich das wohl ausgedacht? Die Gebärdensprachen entwickelte tatsächlich niemand, sie entstand irgendwann instinktiv und wurde lange weiterentwickelt.
Vielleicht ist das der Grund dafür, dass es keine internationale Gebärdensprache gibt oder wenigstens eine, die man überall noch zusätzlich lernt. So eine internationale Sprache wie Englisch im Bezug zu den Lautsprachen gibt es bei den Gebärdensprachen nicht. Am ehesten wäre das noch ASL, die amerikanische Gebärdensprache.
Gebärdensprachler haben es trotzdem leichter mit anderssprachigen Menschen zu kommunizieren. Dazu benutzt man International Sign, dies ist jedoch keine richtige Sprache, sondern sie besteht aus überall verständlichen Gebärden. Diese wird bei einem Treffen sogar spontan weiterentwickelt. Sollte es doch mal Wörter geben, die man nicht ohne weiteres versteht, wird das Fingeralphabet eingesetzt, dieses ist nämlich bis auf einige Ausnahmen überall ähnlich.
Das Fingeralphabet gehört allerdings nicht zur Gebärdensprache, sondern ist eine Möglichkeit, Wörter der Lautsprache zu buchstabieren, aber auch dieses ist nicht einheitlich. So gibt es in England zum Beispiel ein Fingeralphabet mit zwei Händen.
da man damit aber in Deutschland nicht weit kommt, kommt hier das deutsche Fingeralphabet, auch wenn das in einem Artikel über die Gebärdensprache nichts zu suchen hat.


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