Ein poetischer Text von Alva (5. Klasse), der uns aus der AG „Kreatives Schreiben“ erreichte

Fotos: Hof

 

Prolog

Es war an einem Tag, da schien die Sonne auf die Blumen und man dachte über nichts als die Sonne nach, die dem Schatten keine Gnade setzte.

Das Aufblühen

In einem kleinen Garten in Brüssel wuchsen jeden Frühling die gleichen Blumen: Lavendel, Märzbecher, Krokusse, Osterglocken und wilde Stiefmütterchen; allesamt geordnet. Doch diesen Frühling war etwas anders.

Lidia Lavendel erwachte eines Tages aus ihrem langen Winterschlaf und sah sich um. Der Garten war trocken und verstaubt. Sehr weißlich schrie sie: „Hilfe!“.

Man muss wissen, Pflanzen haben ihre eigene Sprache: die Sprache der Düfte. Sie strahlen für jedes Wort einen bestimmten Geruch aus, der immer unterschiedlich ist.

Die anderen Blumen wachten langsam auf und sahen dem Spektakel zu. Es war gekommen, das Schlimmste, was passieren konnte. Sie hatten bis zum Sommer verschlafen. Sie hatten den Kreislauf durcheinandergebracht. Die Tage vergingen und Trockenheit bereitete sich auf die Blumen aus.

Sie mussten eine Lösung finden, wie sie diese beenden konnten.

Ein Krokus hatte die Idee, dass alle Blumen einfach wieder einschlafen könnten, doch viele hatten Bedenken dagegen, da man vielleicht gar nicht wieder aufwachen würde.

Verzweiflung machte sich breit.
Es war die einzige Idee, die sie hatten!
Da vernahmen sie plötzlich eine Stimme „Ach, ihr seid doch viel zu früh. Es ist doch erst Dezember.“

Da fiel es den Blumen wie Schuppen von den Augen: Der Staub, den sie gesehen hatten, war Schnee! Da wäre die Lösung des Krokus’ doch sinnvoll gewesen! Doch der Krokus war nicht mehr anwesend und sie wussten nicht, wie sie wieder einschlafen sollten, denn sie schliefen sonst automatisch ein, wenn der Sommer und der Herbst vorbei waren.

Eigentlich müssten sie die Menschen erreichen, um sie um Rat zu fragen!

Doch wer beherrschte die Menschensprache?

Das Gras konnte Bärensprache. Eine Fichte konnte die Menschensprache, doch nur falsches Deutsch und in Brüssel sprach man Französisch. Trotzdem wollten sie es versuchen: Als eines Tages ein Mensch draußen zwischen ihnen spazierte, sprach die Fichte: „Hilfe, wir wissen nicht, wie wir einschlafen können.“ Der Mensch hörte nur eine Stimme und war ganz verwirrt. Er holte seinen Sprachübersetzer und bat: „Sag es noch einmal!“ Die Fichte sagte es noch einmal und der Mensch verstand. Durch den Apparat sagte er: „Ich hole einen Gärtner. Er wird euch helfen.“ So rannte der Mensch davon. Die Pflanzen warteten und warteten und warteten. Sie wussten nicht, ob es nur ein paar Minuten oder viele Stunden waren, denn das Licht war gleichmäßig grau und überall lag Schnee. Doch plötzlich hörten sie ein Tuckern, eine knallende Tür und Schritte. Eine Frau in einer grünen Uniform und der Mensch von vorher gingen auf sie zu. Die beiden redeten miteinander über etwas, dann holte die Frau einen Sack mit komischen Körnern. Sie streute die Körner auf alle Blumen. Es passierte – nichts.

Ein paar Tage später fühlten sich alle schlapp. Sie schliefen tatsächlich langsam ein. Sehr langsam. Doch sie waren gerettet. Das war das Wichtigste.

Im Frühling

Sie wachten wieder auf! Dieses Mal in einem grünen Garten. Sie strahlten in allen Farben. Danke liebe Gärtnerin!

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